Dream BIG
work hard....make it happen

Gastbeitrag von Wiebke Braach:

Mahlzeitroboter

Dies ist der Obi der Firma Kinova. Er ist ein Roboter, der dabei hilft selbstständig zu essen. Er wird von einer Hilfsperson befüllt und auf die Mundhöhe eingestellt. Dann kann der Nutzer durch Knopfdruck bestimmen was und wie schnell gelöffelt wird. Ein Knopf wählt eine von vier Schalen aus und der andere löst den Löffel aus. Der Roboter führt den Löffel zu der vorher bestimmten Position. Es ist sogar möglich Wasser zu löffeln.
Ich empfinde ihn als große Erleichterung. Er wird fast zu jeder Mahlzeit genutzt, auch im Restaurant. Angereicht zu bekommen empfinde ich als sehr intim und mag es nicht von jedem. Wenn keine Pflegekraft da ist, kann ich am Familienessen teilnehmen, ohne dass mein Mann in Stress kommt.
Obi hat eine Hilfsmittelnummer und kann verordnet werden. Leider fehlt eine Warmhaltefunktion. Manche sehr klebrige Speisen kann er nicht gut aufnehmen. Dann ist der Löffel zu voll. Die Kabel der Knöpfe sind lang genug, um auch zum Fuß zu reichen. Man sollte den Kopf zum Löffel führen können.
Ich würde ihn jedem empfehlen, der noch essen, aber das Besteck nicht zum Mund führen kann.


Roboterarm

Aktuell gibt es zwei gängige Robotersysteme. Ich verwende den iARM.

Roboterarm - Systeme sind schon eine feine Sache. Ich bin sehr froh, dass ich ihn habe, zumindest als Option. Ich finde es gibt ein Gefühl von etwas mehr Freiheit und nicht wegen jedem Belangen fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen.
Aber ehrlich gesagt: So oft nutze ich ihn gar nicht. Die positiven Aspekte sind nicht von der Hand zu weisen und ich denke ich brauche sie auch nicht weiter erläutern. Aber  Erwähnenswert ist auf jeden Fall die kleine Zange (Fingerspitzen). Sie ist nicht so wuchtig und man kann gut auch kleine Sachen sehen und dann entsprechend greifen. Die negativen Seiten sind: 

- ich brauche jemanden, der mir den Roboterarm anbaut

- der Arm ist nach vorne und auch ziemlich hoch angebaut, sodass ich überhaupt nicht unter den Tisch komme und sogar ziemlich weit weg bin

- es braucht sehr viel Geschick z.B. ein Glas Wasser kontrolliert greifen zu können, denn der Rollstuhl federt/wackelt ein wenig und bei ausgestrecktem Arm ist das dementsprechend verstärkt

- durch den ziemlich klobigen Anbau ist er in engen Räumen oder wo viele Menschen sind, nicht so praktisch 


Ich arbeite noch sehr viel am PC und sitze an meinem Schreibtisch. Dadurch, dass ich mit dem Roboterarm nicht unter den Tisch fahren kann, nutze ich den Arm eher selten. Das ist sehr schade.


Das zweite System ist von Kinova.

Dieser Arm ist etwas breiter, dadurch könnte es eventuell mit Türen Probleme geben. Aber dieser hat eine Parkposition, die es erlaubt auch unter den Tisch fahren zu können bzw. kann man den Arm auch seitlich positionieren.